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Verteidigung des Realismus

Die Bellsche Ungleichung wird verletzt — was folgt daraus? Ein einfaches Spiel kann als Einführung dienen. Wer genauer darüber nachdenken will, für den sind diese Seiten gedacht.

Übersicht

Die Voraussetzungen:

Welche der Voraussetzungen ist nun falsch?

Wir versuchen eine Abschätzung nach üblichen wissenschaftlichen Vergleichskriterien

Einführung

Der klassische Realismus, wie er von Einstein in der berühmten EPR-Arbeit vertreten wurde, gilt heutzutage als durch die Quantenmechanik, insbesondere die Verletzung der Bellschen Ungleichung, widerlegt.

Diese Position wollen wir hier angreifen. Nach unserer Auffassung wird durch die Verletzung der Bellschen Ungleichung nicht der klassische Realismus widerlegt, sondern die Einstein-Kausalität in ihrer starken (metaphysischen) Variante.

Der Beweis der Bellschen Ungleichung erfordert zwei Voraussetzungen: Einmal den klassischen Realismus, und zweitens eine starke Form der Einstein-Kausalität. Die Verletzung der Bellschen Ungleichung (die sowohl die Mehrheit der Physiker als auch der Autor als gegeben ansieht) bedeutet somit einen Widerspruch zwischen zwei Prinzipien:

Eines dieser beiden Prinzipien muss also aufgegeben werden. Die eindeutige Mehrheit der heutigen Physiker hat sich für die Aufgabe des klassischen Realismus entschieden. Wir argumentieren hier für die andere Alternative — Beibehaltung des klassischen Realismus, und Aufgabe der Einstein-Kausalität in ihrer strengen Form.

Strenge Einstein-Kausalität ist sowieso nicht haltbar

Das erste, wichtige Argument finden wir bereits bei der Definition der Kausalität. Die strenge Form der Einstein-Kausalität, die aufgegeben werden müsste, wenn man den klassischen Realismus akzeptiert, ist sowieso nur im Rahmen einer realistischen Theorie definiert. Ohne den klassischen Realismus ist dieser strenge Kausalitätsbegriff undefiniert und somit sinnlos. Er muss also sowieso aufgegeben werden. In diesem Sinne besteht also gar kein Konflikt, und keinerlei Grund, den klassischen Realismus aufzugeben.

Um diesem Argument auszuweichen, und überhaupt einen Konflikt zu erhalten, müssen wir die strenge Einstein-Kausalität Folge eines allgemeineren und metaphysischeren Relativitätsprinzips erhalten:

Prinzip der manifesten relativistischen Symmetrie: Alle Bestandteile einer relativistischen Theorie müssen relativistische Symmetrie haben.

Dieses allgemeinere Prinzip führt, angewendet auf die Kausalität in einer realistischen Theorie, zur strengen Einstein-Kausalität, und steht damit im Widerspruch zum klassischen Realismus. Andererseits führt es, angewendet auf nichtrealistische, statistische Theorien, nur zu einer schwächeren Form der Einstein-Kausalität. Es ist daher dieses Prinzip, welches als im Konflikt mit dem klassischen Realismus stehend betrachtet werden muss.

Weitere Argumente

Dies bedeutet: empirisch spricht nichts gegen den klassischen Realismus, und auf methodologischem Gebiet gibt es gute Argumente für ihn. Die Entscheidung für den klassischen Realismus fällt damit leicht.

Schlussfolgerungen aus dem klassischen Realismus

Zur Bellschen Ungleichung

Die Bellsche Ungleichung ist meiner Meinung nach sehr viel einfacher zu verstehen als gewöhnlich angenommen wird. Ich mache hier den Versuch einer solchen hoffentlich leicht verständlichen Erklärung der Bellschen Ungleichung anhand eines einfachen Spieles.