Diskussion

Allgemeine Lorentz-Äthertheorie (GLET)

ist eine Äthertheorie, die mit der modernen Physik kompatibel ist. Sie verallgemeinert die Lorentzsche Äthertheorie, die lediglich eine andere Interpretation der Einsteinschen Speziellen Relativitätstheorie (SRT) ist, für die Gravitation, also den Geltungsbereich der Allgemeinen Relativitätstheorie (ART).

Die GLET beschreibt die Welt auf höchst klassische Art: Es gibt einen absoluten Euklidischen Raum, und eine absolute Zeit. Diese sind allerdings, wie schon in der Lorentzschen Äthertheorie, nicht messbar. Was wir mit unseren Uhren und Linealen messen sind nicht die absoluten Abstände in Raum und Zeit, weil unsere Messgeräte durch die Gravitation beeinflusst sind.

Ich schreibe bewusst nicht "durch den Äther", denn dies wäre irreführend: Im Unterschied zum klassischen Lichtäther, der lediglich für die Ausbreitung des Lichts verantwortlich ist, ist der Äther der GLET universell, beschreibt alle Formen der Materie.

Dies ist der tiefere Grund dafür, dass alle Formen der Materie auf dieselbe Art und Weise durch das Gravitationsfeld beeinflusst werden: Das Gravitationsfeld beschreibt die wichtigsten Freiheitsgrade des Äthers, die Freiheitsgrade, die den Energie-Impuls-Tensor definieren.

Die wichtigsten Fakten für Physiker

Der Lagrangian der Theorie ist \[ L = \frac{1}{8\pi G}(\Xi g^{ii} - \Upsilon g^{00})\sqrt{-g}+ L_{GR}(g_{\mu\nu}) + L_{matter}(g_{\mu\nu},\phi_{m}) \]

Artikel

I. Schmelzer, A Generalization of the Lorentz Ether to Gravity with General-Relativistic Limit, Advances in Applied Clifford Algebras 22, 1 (2012), p. 203-242, resp. arxiv:gr-qc/0205035.

I. Schmelzer, A Condensed Matter Interpretation of SM Fermions and Gauge Fields, Foundations of Physics, vol. 39, nr. 1, p. 73 (2009), resp. arxiv:0908.0591, app. A.

I. Schmelzer, Black Holes or Frozen Stars? A Viable Theory of Gravity without Black Holes, in Bauer, A.J., Eiffel, D.G. (eds.), Black Holes: Evolution, Theory and Thermodynamics, Nova Science Publishers (2012), pp. 117-138, also at arxiv:1003.1446.

I. Schmelzer, The background as a quantum observable: Einstein's hole argument in a quasiclassical context, arxiv:0909.1408. ein Artikel über einige Lösungen der GLET, die in Logunovs RTG aufgrund der dort verwendeten anderen Kausalitätsbedingung verboten sind.

Die FAQ ist hingegen für Laien.

Äther-Interpretation

In den bevorzugten Koordinaten \(\mathfrak{x}^{i}, \mathfrak{t}\) definieren wir eine Variante der ADM-Zerlegung. Die Zeitkoordinate \(\mathfrak{x}^{0}=\mathfrak{t}\) muss zeitartig sein, die Raumkoordinate \(\mathfrak{x}^{i}, 1\le i\le 3\) raumartig. In diesem Fall wird die Metrik \(g^{\mu\nu}(\mathfrak{x}^i, \mathfrak{t})\sqrt{-g}\) aufgespalten in ein positives skalares Feld \(\rho(\mathfrak{x}^{i}, \mathfrak{t})>0\), die Dichte des Äthers, ein Vektorfeld \(v^{i}(\mathfrak{x}^{i}, \mathfrak{t})\) welches die Geschwindigkeit des Äthers definiert, und ein negativ-definites metrisches Tensorfeld \(\sigma^{ij}(\mathfrak{x}^{i}, \mathfrak{t})\) welches den Spannungstensor des Äthers definiert: \[\begin{eqnarray} g^{00}\sqrt{-g} &=& \rho\\ g^{i0}\sqrt{-g} &=& \rho v^i\\ g^{ij}\sqrt{-g} &=& \rho v^i v^j + \sigma^{ij} \end{eqnarray}\]

Die harmonische Gleichung \[ \square \mathfrak{x}^\nu = \frac{\partial}{\partial \mathfrak{x}^\mu} \left(g^{\mu\nu} \sqrt{-g}\right) = 0.\]

spaltet sich auf in die klassische Kontinuitätsgleichung sowie die klassischen Eulergleichungen für die Ätherfelder: \[\begin{eqnarray} \frac{\partial}{\partial \mathfrak{t}} \rho + \frac{\partial}{\partial \mathfrak{x}^i} (\rho v^i) &=& 0,\\ \frac{\partial}{\partial \mathfrak{t}} (\rho v^j) + \frac{\partial}{\partial \mathfrak{x}^i} (\rho v^i v^j + \sigma^{ij}) &=& 0. \end{eqnarray}\]

Die GLET-Lagrange-Funktion kann aus einfachen Axiomen hergeleitet werden. Das wichtigste Axiom ist dabei, dass die Kontinuitäts- und Eulergleichungen sich als Erhaltungsgleichungen aus einer speziellen Variante des Noethertheorems ergeben.

Voraussagen

Im Grenzwert Ξ, Υ → 0, ergeben sich die Einsteinschen Gleichungen der ART in harmonischen Koordinaten. Dies erlaubt es, die Voraussagen der ART, die erfolgreich getestet wurden (Voraussagen im Sonnensystem, Gravitationslinsen, Pulsarbeobachtungen) in der GLET zu erhalten. Es bleiben jedoch auch in diesem Grenzwert interessante qualitative Unterschiede bestehen: